D.O.Ca Rioja

D.O.C.a Rioja

Autonome Region im Nordosten von Spanien, 5034 qm, 263 000 Einwohner, Hauptstadt Haro, Weinanbau im Tal des Ebro.
Selbst wenn andere Weinanbaugebiete der Iberischen Halbinsel in den letzten Jahren qualitativ stark aufgeholt haben, darf die Rioja auch weiterhin als die traditionelle Adresse hervorragender Weine aus Spanien angesehen werden. Dies gilt natrlich in erster Linie für die trockenen und schweren Rotweine, die durchweg ein für die Rioja besonders typisches, kräftiges Faßaroma aufweisen, das sich harmonisch in die anderen Komponenten dieser Spitzenweine einfügt. Rotweine aus der Rioja entstehen größtenteils aus den Trauben Tempranillo und dunkler Garnacha. Die Weißweine, weniger bekannt, aber zweifellos ebenfalls beachtenswert, werden vornehmlich aus Viura gewonnen.

Der Weinbau in der Rioja hat eine lange und recht wechselvolle Geschichte. Die ersten Ansätze weisen auf die römische Zeit zurück. Nach der kurzen maurischen Herrschaft in Nordspanien erlebte die Weinkultur in der Rioja eine lebhafte Renaissance. Dieser Aufschwung ist eng verbunden mit dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela, der durch die Rioja führt. Von den Pilgerwanderungen aus dieser Zeit zeugen zahlreiche bis heute erhaltene Kulturdenkmäler, Mönche aus Burgund waren es auch, die die Tempranillo-Traube in die Rioja brachten. Kontakte in das Bordeaux-Gebiet sorgten dann seit dem 18. Jahrhundert für eine Verfeinerung der bis dahin sehr rustikalen An- und Ausbautechniken. Einen enormen Aufstieg erlebte der Weinbau in der Rioja durch die Mehltau- und Reblausepidemien in Frankreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die französischen Weingüter ihr Defizit mit großen Mengen an Rioja-Wein deckten. Um die Jahrhundertwende, gerade als die französischen Rebstöcke zum größten Teil saniert waren, erreichte die Reblausplage die Rioja, weiterhin sorgten der endgültige Niedergang des einstmaligen spanischen Weltreiches und der damit verbundene Verlust von Märkten für eine vorübergehende Krise. Die Auswirkungen der beiden Weltkriege hatten den Gewinn neuer Absatzmöglichkeiten und somit einen erneuten Aufschwung für den Weinbau der Rioja zur Folge, neben traditionellen Husern entstanden rasch aufstrebende neue Bodegas und führten bald zur unverwechselbaren Spitzenqualität von Rioja-Weinen, die auch über die Grenzen Spaniens hinaus längst zu Berühmtheit gelangt sind und den Vergleich zu exklusiven französischen Weinen nicht scheuen müssen und dabei hinsichtlich des Preises in der Regel wesentlich günstiger sind.

Das Anbaugebiet der Rioja, übrigens die erste Weinregion in Spanien mit D.O.C-Bezeichnung (Denominación de Origen Calificada ), ist am Oberlauf des Ebro, des längsten spanischen Flusses, gelegen. Der Name für die Region rührt vom Rio Oja her, einem kleinen Nebenfluß des Ebro. Sie wird fast in ihrer gesamten Länge im Suden und Norden von hohen Gebirgsketten eingeschlossen, was zum einen den landschaftlichen Reiz der Gegend ausmacht und zum anderen für einen mikroklimatischen Charakter sorgt. Das Weinanbaugebiet Rioja erstreckt sich insgesamt auf 3 Comunidades Autónomas und gliedert sich in 3 Teilzonen. Der Großteil umfaßt die beiden Teilgebiete Rioja Alta und Rioja Baja, letztere schließt auch einige der nördlich des Ebro gelegenen Gemeinden von Navarra ein. Die kleinere Teilzone Rioja Alavesa liegt ebenfalls nördlich des Ebro und gehöröt administrativ bereits zur baskischen Provinz Alava. Zentrum der Weinregion und des spanischen Bundeslandes (Comunidad Autónoma ) La Rioja ist Logroño, mit ca. 100 000 Einwohnern. Weitere größere Orte sind Calahorra und Haro, Gemeinden mit klangvollen Namen für ihre Weine sind daneben unter anderem Ollauri, Labastida, Elciego, Laguardia, Fuenmayor, Cenicero, Navarrete, Oyón und Arnedo.

Es ist beinahe unmöglich, mit einem Rioja-Wein einen Fehlgriff zu tun!

 

JahrBew JahrBew JahrBew JahrBew
1925 SG 1926 S 1927 S 1928 SG
1929 N 1930 S 1931 SG 1932 N
1933 N 1934 E 1935 SG 1936 N
1937 N 1938 S 1939 N 1940 N
1941 G 1942 SG 1943 G 1944 G
1945 G 1946 N 1947 SG 1948 E
1949 SG 1950 N 1951 N 1952 E
1953 S 1954 G 1955 E 1956 G
1957 N 1958 E 1959 SG 1960 G
1961 G 1962 SG 1963 N 1964 E
1965 S 1966 N 1967 N 1968 SG
1969 D 1970 SG 1971 S 1972 S
1973 G 1974 G 1975 SG 1976 G
1977 N 1978 N 1979 N 1980 G
1981 SG 1982 E 1983 G 1984 N
1985 G 1986 G 1987 SG 1988 G
1989 G 1990 G 1991 SG 1992 G
1993 G 1994 E 1995 E 1996 SG
1997 G 1998 SG 1999 G 2000 G
2001 E 2002 G 2003 G 2004 E
2005 E 2006 SG 2007 SG 2008 SG
2009 SG 2010 E 2011 E 2012 SG

E - Exzellent | SG - SEHR GUT | G - GUT | N - NORMAL | S - Schlecht
Jahrgangsbewertung nach der Kontrollbehörde